Verlage und ihre Logos

Viele alte Hersteller und Verlage sind nur sehr schwer zu identifizieren. Oft ist nicht mal ein Logo zu finden. Wenn man aber doch eines auf der Verpackung oder der Anleitung entdeckt, ist der Urheber des Spiels manchmal immer noch nicht herauszufinden.

Mittlerweile habe ich einige Logos der älteren bzw. alten Verlage und Hersteller zusammengetragen und konnte sie zuordnen.

Hier findet ihr vielleicht ein Logo, das euch bisher unbekannt war und ihr wisst nun von wem das jeweilige Spiel ist.

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- A -

ABC Verlag G.m.b.H. - (Georg Reulein) / Nürnberg

ABC Verlag
ABC Verlag
ABC Verlag

Geschichte:

Bis Ende des 1. Weltkriegs: Produktion von Briefmarkenspielen (Famos) ...

1918/19 (kurz nach dem Ersten Weltkrieg) begann Tietz und Pinthus mit der Produktion von Spielen in Magdeburg;

1922/3 Verlagerung der Firma nach Nürnberg, Wechsel der Marken zu (zusätzlich) 'ABC Verlag'.

1938 wurde die Firma von Georg Reulein (seit 1907 Distributor für Tietz und Pinthus) gekauft - ein paar Monate zuvor zwang die Regierung andere jüdische Besitzer [Spear, Klee ...], ihre Firmen / Lebenswerke für ein Taschengeld zu verkaufen, genannt Arisierung („Entjudung“ nannten die Nationalsozialisten die Verdrängung von Juden und „jüdischen Mischlingen“ aus Handel, Gewerbe, Wohnungen, Häusern und Wissenschaft im Sinne der Nürnberger Gesetze.); Das Logo ABC wurde noch benutzt, aber das Logo 'Reulein' wurde angehängt.

Der ehemalige Besitzer Willi Pinthus emigrierte in die Schweiz; zusammen mit einem anderen jüdischen Geschäftsmann gründete er 1939 Carlit (Cartonagen und Lithographien)

1946 beginnt die Neuproduktion mit einem neuen Logo "Noris" Noris Spiele

Daten aus einer Publikation von Rudolf Rühle / für weitere Informationen siehe Spielbox 4/2001, Seiten 28-30

Abel Klinger Verlag / Nürnberg

ca. 1830

Abel Klinger Verlag
Abel Klinger Verlag

Geschichte:

Hervorgegangen ist die Firma aus den jeweis 1785 gegründeten Kunstverlagen J. G. Klinger und C. J. Renner, die beide mit der Herausgabe von Kupferstichen und später auch Spielen, neben vielen anderen Verlagen in Nürnberg tätig waren.

J. G. Klinger verstarb schon 1806. Seine Witwe C. Walp. Klinger (geb. Christian) führle das Geschäft weiter, unterstützt wohl von J. P. Dreykorn (und eventuell von dessen Vater C. R. Dreykorn, beide Kupferstecher).

1835 war C. C. Abel nach Nürnberg gekommen. Mit Kapital und vermutlich auch Kenntnissen im graphischen Gewerbe (Lithograpie?) kaufte er sich zunächst bei G. N. Renner ein; beide firmierten dann als Renner & Abel.

1839 wurde er auch Teilhaber der Firma Klinger, die vermutlich aufgeteilt wurde, in einen Teil unter der Führung von Dreykorn, der nun einige Spiele unter seinem verschlungenen Kürzel JPD, und dem von Abel, der mit dem Signet AK einige Spiele versah. 1839 hatte die Firma Klinger die Konzession für lithographische Druckerzeugnisse erhalten (die Nürnberger hatten sich bis dahin erfolgreich gegen diese neue Technik gewehrt).

In mehreren Schritten ging die Firma in die Hände von C. C. Abel über (1862 endgüllig), und ähnlch war es wohl auch mit der Firma Renner, die auch von Abel ganz übernommen wurde.

Über C. C. Abel und seine Familie sind keine weiteren Daten bekannt.

Bis 1897 blieb die Firma im Besitz der Familie Abel, firmierte weiter unter Abel Klinger Spiele und ab 1897 mit der Bezeichung Heimchen-Spiele.

1904 kam die seit 1835 bestehende Firma Pabst aus Nürnberg hinzu.

1918 entstand das Firmenzeichen mit dem Pöppel (einbeschrieben CAKN) und die Bezeichnung Lilliput.

Ab 1945 wurde die Firma unter der Bezeichnung Vereinigte Kunstanstalten L. Senkeisen u. C. Abel - Klinger, Fürth geführt.

1971 übemahm ASS die Firma.

 

Aufstellung - Der Verlag Abel Kinger im Wandel der Zeiten:

  • Joh. Georg Klinger (1764 . 1806) grüngete 1785 den Kunst-Verlag
  • 1806 - C. Walp. Klinger (geb. Christian) führte den Verlag weiter
  • 1829 - Joh. Paul Dreykorn (1805 - 1875) Geschäftsführer?
  • Seit 1837 wurde die Firma, nachdem 2 Jahre früher Carl Casimir Abel als Teilhaber eingetreten war, unter dem Namen C. C. Abel & Comp. weitergeführt. Die in Nürnberg heimische Spielwarenindustrie veranlaßte das Haus, sich mit dem Verlag von Jugend-, Zauber- und Gesellschafts-Spielen in weitester Ausdehnung zu befassen, sodass seine Erzeugnisse im Buchhandel bald die erste Stelle einnahmen.
  • 1839 - Teilverkauf an Dreykorn und Carl Casimir Abel (1804 - ?)
  • 1850 Zusammenarbeit mit G. N. Renner > Abel u. Co. Die Vereinigung des Geschäftes mit der Firma J. G. Klingers Kunsthandlung in Nürnberg im Jahre 1850 mit deren ausgedehntem Erd- und Himmelsglobenverlag, schuf am 1. Juli 1850 die neue Firma C. Abel-Klinger, unter welchem Namen der angesehene Kunstverlag auch heute (2014) noch fortbesteht.
  • 1852 - Teil-Verzicht von Dreykorn > Abel u. Klinger
  • 1857 - Kunsthandlung Abel - Klinger
  • 1862 - Dreykorn scheidet ganz aus
  • Bis 1897 blieb das Geschäft im Besitze der Familie Abel, um dann an den Schwiegersohn des Vorinhabers, an Georg Zach (geb. 1861) und an Johannes Zeltner (geb. 1869) überzugehen.
  • 1897 > Heimchen-Spiele
  • Seit 24. November 1900 ist Theodor Körner, Inhaber der chromolithogr. Kunstanstalt und Abziehbilderfabrik Huber, Jordan & Koerner in Nürnberg mit Zweigniederlassungen in New-York, Cincinnati und London, Besitzer der Handlung.
  • 1904 > mit Papst, Nürnberg (seit 1835)
  • 1918 > Pöppel mit Lilliput
  • 1936 > Ludw. Senkeisen
  • 1945 > Vereinigte Kunstanstalten L. Senkeisen u. C. Abel - Klinger, Fürth
  • 1971 > ASS
  • Ein Zweiggeschäft befindet sich in Berlin, Ritterstr. 21, während in Nürnberg eine eigene Fabrik von Erd- und Himmelsgloben, Jugend- und Gesellschafts-Spielen, unter denen die Heimchen-Spiele am bekanntesten geworden sind, besteht.

Abel Klinger Verlag - Heimchen-Spiel / Nürnberg

Abel Klinger Verlag Heimchen-Spiel

Geschichte:

Hervorgegangen ist die Firma aus den jeweis 1785 gegründeten Kunstverlagen J. G. Klinger und C. J. Renner, die beide mit der Herausgabe von Kupferstichen und später auch Spielen, neben vielen anderen Verlagen in Nürnberg tätig waren.

Bis 1897 blieb das Geschäft im Besitz der Familie Abel, um dann an den Schwiegersohn des Vorinhabers, an Georg Zach (geb. 1861) und an Johannes Zeltner (geb. 1869) überzugehen. 1897 kamen dann die Heimchen-Spiele.

Alfred Hahn´s Verlag / Leipzig

Alfred Hahn´s Verlag
Alfred Hahn´s Verlag

Geschichte:

Der Verlag wurde 1898 in Leipzig gegründet.

Er war vor allem wegen seiner Kinderbücher bekannt und verlegte 1951 ein Spiel in Buchform mit dem Namen "Verwandlungs-Spiel.

Der Verlag war später ein Teil der Esslinger Verlag J. F. Schreiber GmbH der Suttgarter Klett-Gruppe.

Bis 2014 gehörte das Nachfolgeunternehmen Esslinger Verlag J. F. Schreiber GmbH zur Stuttgarter Klett-Gruppe.

Seitdem ist es Teil des Thienemann-Esslinger Verlags.

Nach wie vor werden Kinderbücher produziert. Einige der erfolgreichsten historischen Titel sind als Nachdrucke neu aufgelegt.

Der Modellbaubogen-Zweig wurde vom Aue-Verlag, Möckmühl, übernommen.

2014 vereinten sich Thienemann und Esslinger und bildeten die Thienemann-Esslinger Verlag GmbH.

- B -

Bayerwald - Spiele

Bayerwald Spiele
Bayerwald Spiele

Geschichte:

Bayerwald Kartonagen wurde wohl  in den 50-er Jahren von Wilhelm Stiehler als Produktionsstätte für Brettspiele gegründet.

Davor muss es schon länger die alteingesessene Drechslerei Stiehler gegeben haben.

Wohl um 1960 übernahm der Münchner Unternehmer im Kartonagenbereich Walter Aulfes die Firma in Chamerau im Bayrischen Wald.  Der damalige Besitzer (?) Kaspar Stiehler war von 1960 - 1968 Bürgermeister von Chamerau, zog anschliessend an die Donau, wo er ein Elektrizitätswerk kaufte und betrieb. Unter anderem waren bei Stiehler ab 1936 bis in die 50-er Jahre Bundesform-Spielsätze hergestellt worden. Nach der Übernahme durch Aulfes erweiterte man das Programm auf verschiedene Spiele, sowie Mappen, Ordner und diverse Büroartikel aus beschichteten Kartonagen. Es wurden auch Schachfiguren in Plastik per Spritzgussmaschine hergestellt und allesamt unter dem Namen BK oder Bayerwald, sowie mit dem typischen Stiehler'schen 4-Tannen-Logo angeboten. In den 80-er Jahren ging die Firma in Konkurs, die Familie Aulfes trennte sich vom Geschäft und nach einiger Zeit schloss Bayerwald die Pforten. Die Schachfigurenproduktion in Holz umfasste zuletzt nur mehr sehr kleine Sätze, vor allem für den Spielzeughandel. In der Kartonagenfabrik in Neukirchen / Bayrischer Wald wurden auch Schachpläne aus Plastik, sowie  Plastikkassetten und Verpackungen aller Art  für Schach und andere Spiele hergestellt. Eine detaillierte Geschichte der Firma Bayerwald bzw. Stiehler ist noch zu schreiben....

Bezet-Verlag - Spielehersteller Benno Zimmermann / Wutha in Thüringen


Geschichte:

Diese Firma gab lange Zeit Ratsel über den Ort und den Beginn ihres Wirkens auf.

Das Logo BEZET erscheint in verschiedenen Formen. Meist mit den Buchstaben B und Z in den Seiten eines Würfels.

Aber auch einfach als "B. Z." bzw. "B. Z. Schl."

Diese letzte Angabe weisen sowohl auf ein Schwarzer Peter Spiel aus dem 1. Weltkrieg, als auch ein Spiel aus der Mitte der 30er Jahre, auf dem der Grafiker Benno Zimmermann angegeben ist. Er ist meist der Grafiker und auch der Autor der Spiele in der DDR-Zeit.

Dadurch gibt es eine sichere Verbindung zwischen diesen verschiedenen Logos, die über weit auseinander liegende Jahre existieren.

Erst ein Bericht in der Spielzeug-Lade (Heft 1/2) von 1948 konnte das "BZ" auf Benno Zimmermann in Wutha festlegen.

Somit war der Sitz der Firma für die Zeit nach 1945 belegt.

Die Anfangsbuchstaben des Namens Benno Zimmermann bilden also das Firmanzeichen.

Die Produktionsstätte war in der Ruhlaer Straße 49 in Wutha.

Benno Zimmermann stammte aber nach Auskunft der dortigen Behörden nicht aus Wutha, sondern "wohl aus der Nachbarschaft". Er war auch mit keiner ansässigen Zimmermann-Familie verwandt.

Die besagte Nachbarschaft war aber sicherlich in Böhmen. Im Deutschen Spielwaren Adressbuch von 1922 erscheint nämlich ein Benno Zimmermann als Spieleherstellerin Schluckenau Böhmen. Somit ist auch das Logo "B. Z. Schl." erklärbar.

Nach Angaben im Messeführer vom Herbst 1947 umfasste das Programm des Herstellers unter anderem eine Holz- und Paperwarenfabrikation, Spiele und einen Kunstverlag.

1949 erscheint ein westdeutscher BEZET-Spiele-Verlag Rainer Zimmermann aus Ziegenhagen (Kreis Witzenhausen / Werra). Im Heft 2 der Zeitschrift das Spielzeug wird in einer Anzeige das neu erschienene Kinder-Kartenspiel "Ali - Der schwarze Peter" angeboten. Mehr ist über diesen Ableger aber nicht bekannt.

Im Juli 1950 bietet Benno Zimmermann aus Wutha jedenfalls in dieser Zeitschrift für die Spielfabrikation einiger gut gangbarer Spiele die Bestandteile (Plan, Titelbild, Anleitung, Figuren und Würfel) an.

Nach 1950 tritt "BZ" nicht mehr als Aussteller auf der leipziger Messe auf und ist auch in keinen Bezugsquellen mehr erwähnt.

Die Existenz der Firma ist aber durch ihre Spiele noch bis Mitte der 50er Jahre belegt.

Bing Spiele - Bing Werke / Nürnberg

Bing Spiele Bing Werke
Bing Spiele Bing Werke
Bing Spiele Bing Werke
Bing Spiele Bing Werke

Bing Spiele Bing Werke

Firmenlogo bis 1902

Bing Spiele Bing Werke

Firmenlogo 1902-1925

Bing Spiele Bing Werke

Firmenlogo 1925-1934


Geschichte:

Bing war ein deutsches Unternehmen, das 1866 von den Brüdern Adolf Bing (1842–1915) und Ignaz Bing (1840–1918) als Großhandlung für Haushaltswaren und Spielzeug in Nürnberg gegründet wurde.

 

Zunächst beschränkten sich die Gebrüder Bing auf den Großhandel, bevor sie 1879 mit der Produktion begannen. 1885 beschäftigte das Unternehmen bereits 500 Mitarbeiter. Zehn Jahre später wurde es in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Es gab in ganz Deutschland und auch im Ausland zahlreiche Niederlassungen. Vor dem Ersten Weltkrieg bezeichnete sich Bing als „größte Spielwarenfabrik der Welt“. Zu dieser Zeit hatte das Unternehmen insgesamt über 4000 Beschäftigte. Das bis heute erhaltene Fabrikgebäude in Nürnberg belegt einen ganzen Block zwischen Stephan-, Vorderer Cramer-, Burger- und Kupferstraße und ist für Bahnreisende eine unübersehbare Landmarke an der östlichen Zufahrt zum Hauptbahnhof. Heute beherbergt es die Diehl-Hauptverwaltung.

Während des Ersten Weltkrieges war das sehr exportorientierte Bing-Unternehmen sehr von den Handelsbeschränkungen betroffen. Deshalb wurde 1917 die Vertriebsfirma Concentra gegründet, mit der der zukünftige Absatz im Ausland vorbereitet werden sollte. Für die Concentra wurde 1919–1920 in der Messestadt Leipzig ein modernes Geschäftshaus durch den Architekten Otto Droge errichtet.

Ignaz Bing starb 1918, sein Sohn Stephan Bing führte das Unternehmen bis 1927 weiter. Nach dem Ersten Weltkrieg lautete die Firma Bing-Werke AG. In den 1920er-Jahren kamen neue Geschäftsbereiche hinzu, das Unternehmen wurde aufgegliedert. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise von 1929 folgten erhebliche Finanzierungsengpässe. 1932 musste schließlich die Spielzeugproduktion eingestellt werden, um andere Konzernteile zu retten. Im gleichen Jahr kam es zum Zwangsvergleich und damit zum Ausverkauf des Unternehmens Bing. Die Nürnberger Spielwarenhersteller Karl Bub und Kraus erwarben Maschinen, Werkzeuge und fertige Teile der Bing-Eisenbahn, die von 1932 bis 1937 als Karl Bub Miniatur Eisenbahn weiter vertrieben wurde.

Andere Teile der Bing-Werke wurden von Fritz Hintermayr erworben, der von 1932 bis 1945 Sättel, Werkzeugtaschen für Motorräder und Gasboiler in den Bing-Werken herstellen ließ. Seit 1937 werden dort BING-Vergaser hergestellt. Die Fritz Hintermayr GmbH Bing-Vergaser-Fabrik wurde 2001 in Bing Power Systems GmbH umbenannt.

Der Markenname Bing wurde 2010 vom Modellauto-Hersteller Brekina für Modelle im Maßstab 1:43 wiederbelebt.

 

Produkte:

  • Blech- und Lackierwaren
  • Spielzeugpuppen
  • Blechspielzeug und Spielzeugeisenbahnen

Namen der Firma:

  • 1864-1879     Gebrüder Bing
  • 1879-1895     Nürnberger Metallwarenfabrik Gebrüder Bing
  • 1895-1919     Nürnberger Metall- und Lackierwarenfabrik vorm. Gebrüder Bing Aktiengesellschaft
  • 1919-1927     Bing-Werke AG
  • 1927-1932     Bing Werke, vorm. Gebr. Bing AG., Fabrik für Haus- und Küchengeräte, Spielwaren, emaillierte Waren, Badeöfen, Eisschränke, Schreibmaschinen
  • Fritz Hintermayr GmbH BING-Vergaser-Fabrik
  • seit 2001     Bing Power Systems GmbH

Blatz-Unternehmensgruppe / Berlin

Blatz Unternehmensgruppe

1992:

Gründung der Vertriebs- und Marketinggesellschaften KIOSK Audio Video Kassetten GmbH (heute: KIDDINX Entertainment GmbH) und der Karl Blatz Spiele GmbH, sowie der Karl Blatz Filmproduktion GmbH (heute: KIDDINX Filmproduction GmbH)

1997:

Kauf der Marken- und Warenzeichen der Schmidt Spiel und Freizeit GmbH, München und Umfirmierung der Karl Blatz Spiele GmbH in Schmidt Spiele GmbH, Berlin und Umfirmierung der Karl Blatz GmbH in Schmidt Spiel und Freizeit GmbH

 

1997 geriet Schmidt Spiele in wirtschaftliche Schwierigkeiten und wurde von der Berliner Blatz-Gruppe übernommen. Blatz bietet seitdem seine Produkte unter dem Markennamen Schmidt Spiele an und übernahm später den Namen als Unternehmensnamen. Seit Ende der 1990er Jahre hat das Unternehmen neben Spielen und Puzzles auch Plüschtiere im Programm. Der ursprünglich eigenständige Kinderspielverlag Drei Magier Spiele, für den Schmidt Spiele seit 2001 den Vertrieb übernahm, wurde 2008 Teil von Blatz / Schmidt Spiele.

- C -

Carl Brandt jr. - Steinnußknopffabrik, später: Fabrik feiner Holzspielwaren

1856 - 1873 Berlin / 1874 - Mitte der 1930er Jahre Gößnitz

Carlit
Carlit

Geschichte:

Begründet von Carl Wilhelm Theodor Brandt (jr.) als Elfenbein- und Knochendrechslerei (Spielwaren ab 1900, Steinnußknopfproduktion bis 1929), stellte die Firma eine große Zahl von Holzbaukästen aus polygonen Formen mit vielen Details, farbigen Tafeln und Bauzeichnungen her: Brandt Baukasten, Der kleine Konstrukteur (um 1900, verschiedene Ausführungen), Wagenbaukasten, Mosaik (Bausteine), Brandts Baby Baukasten, Brandts Schiffs-Werft (1910), Wolkenkratzer (Wokra), 1924), Bubis Schiffswerft, Brandts Häuserbaukasten, Villa Nova! (1905), Burgen-Baukasten (1909, lackiertes Hartholz), Brandts Städte-Baukasten (1911), Gyganthos (1914, besonders leichter Konstruktionsbaukasten für große Bauwerke), Brandt's Fahrzeugbaukasten (1927).

Carlit / Zürich, Schweiz

Carlit
Carlit

Geschichte:

Carlit ist der wohl bekannteste Schweizer Spieleverlag für traditionelle Spiele auf dem Schweizer Markt. Die Firma wurde 1939 in Zürich gegründet. In den ersten Jahren kamen viele klassische Spiele auf den Markt, die auch heute noch beliebt sind, einschliesslich dem Leiterlispiel, Eile mit Weile, Halma und Schwarzer Peter. Modernere Klassiker umfassen die Schweizer Reise, Spiele-Magazine und die Schweizer Kinderpost.

Carlit+Ravensburger AG ist eine eigenständige Tochtergesellschaft der Ravensburger Spieleverlag GmbH in Deutschland. Ihre bedeutendste Marke, das blaue Dreieck, zählt zu den renommiertesten Markenzeichen im Spielwarenmarkt und steht für die Werte Freude, Bildung und Gemeinsamkeit. Sie ist eine der führenden Marken für Puzzles, Spiele und Beschäftigungsprodukte in Europa und für Kinder- und Jugendbücher im deutschsprachigen Raum. Spielwaren mit dem blauen Dreieck werden weltweit verkauft und zu 85 % in eigenen Werken hergestellt. Zur Ravensburger Gruppe gehören auch die beliebten Marken Carlit®, BRIO® und Thinkfun®.

Christian Herbart - Spielefabrik / Fürth in Bayern

Christian Herbart Spielefabrik

Am 19. Januar 1939 wurde die Nürnberger Spielefabrik L. Kleefeld & Co. im Fürther Handelsregister gelöscht. Bis Kriegsende führte Max Herbart die Firma unter dem Namen Herbart Spiel oder Christian Herbart Spielefabrik (kurz "CH") weiter.

 

Geschichte:
Die Spielefabrik L. Kleefeld & Co. wurde 1884 von Ludwig Kleefeld in der Sommerstraße 16 / 18 / 20 in Fürth gegründet. Als Kommanditisten unterstützte ihn die Familie Löwensohn. Das Warenzeichen, das Kleefeld beim Königlichen Landgericht unter der Nr. 58 eintragen ließ, zeigt die über einander liegenden Buchstaben N, S und F für Nürnberger Spiele-Fabrik und darüber ein dreiblättriges Kleeblatt. Gleichzeitig enthielt das Warenzeichen ein Trademark, d. h. einen Warenschutz, eingetragen für Gesellschaftsspiele, Selbstbeschäftigungsspiele, Cubusspiele, Schreib- Mal- und Zeichenetuis, Cartonage- und Buchbinderarbeiten. Noch im gleichen Jahr wurde mit einem Deutschen Reichspatent Werbung gemacht.
Im gleichen Gebäude befand sich die Bilderbücherfabrik Löwensohn. Sie stellte für die Spielefabrik L. Kleefeld & Co. die Aufdrucke für die verschiedenen Brett-, Karten-, Beschäftigungs- und Kubusspiele, auf die sich das Unternehmen tatsächlich spezialisiert hatte, her. Auch wegen dieser engen Zusammenarbeit wuchs die Firma schnell. Man exportierte auch ins Ausland, was daran zu sehen ist, dass auf den Spielen die Spieletitel bereits auch in Englisch und Französisch aufgedruckt waren. Klassische Spiele aus der Zeit vor 1900 sind Glocke und Hammer, Schwarzer Peter oder Löwe und Eselspiel.

 

Von 1888 bis 1890 arbeitete außerdem der Halbruder Ludwig Kleefelds und spätere Mitinhaber der Bilderbücherfabrik Löwensohn, Albert Rosenfelder, als Prokurist in der Firma. Als Firmengründer Ludwig Kleefeld 1908 starb, wurde seine Witwe Thekla zunächst persönlich haftende Gesellschafterin der Spielefabrik, bevor am 1. Oktober der Schwiegersohn Leopold Bomeisl die Firma übernahm.[1] Am 1. Oktober 1914 stieg außerdem dessen Bruder Moritz Bomeisl als weiterer persönlich haftender Gesellschafter mit ein, während sich Rosenfelder 1915 aus der Firma zurückzog. Da auch die Witwe Thekla Kleefeld im Dezember 1917 als Kommanditistin ausschied, übernahmen die Brüder Bomeisl die alleinige Verantwortung. Unter ihrer Führung stieg die Spielefabrik in den folgenden Jahrzehnten zu einem der großen deutschen Spielehersteller auf.


Die wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu Anfang der 1920er Jahre wurden aufgrund einer soliden Finanzlage und der Ausrichtung auf internationale Absatzmärkte relativ gut überstanden, wenngleich Rohstoffkontingentierung, Handelshemmnisse, Mangel an Arbeitskräften oder Inflation ein Klima der Unsicherheit schufen. Bald wurden die Räumlichkeiten in der Sommerstraße für die Spieleproduktion zu klein. 1926 bezog das Unternehmen ein größeres Fabrikgebäude in der Nürnberger Straße 129, in dem bis zu 180 Arbeiter tätig waren. [3] Dort war nach dem Konkurs der Spielwarenfirma Fleischmann & Bloedel Nachfolger J. Berlin das leerstehende Fabrikgebäude zum Verkauf gestanden. Zeitgleich mit dem Umzug der Firma zogen sich die Löwensohns als Kommanditisten zurück, so dass die Brüder Bomeisl die alleinigen Geschäftsinhaber wurden. Die Produktpalette wurde deutlich ausgeweitet und umfasste laut einer Anzeige von 1928 u. a. "Gesellschafts- und Beschäftigungsspiele, Kubusse, Pyramiden, Zauberkasten, Tischtennis, Tischcrockets und Ausschneidebögen". 1931 trat der Schwiegersohn von Leopold Bomeisl, Fritz Strauß, als weiterer Geschäftsführer in die Firma ein.[4]

 

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde die Spielefabrik L. Kleefeld & Co. ernsten Übergriffen ausgesetzt. So sollte die Firma umgesiedelt werden, um Platz für das seit 1936 im Nachbargebäude Nürnberger Straße 127 untergebrachte Bekleidungsamt zu schaffen. Die Brüder Bomeisl wehrten sich jedoch mit Erfolg. 1937 erhöhte sich jedoch der Druck auf die jüdischen Inhaber der Firma. Am 2. Mai 1938 schied Fritz Strauß aus der Gesellschaft aus, nach eigenen Aussagen unter Zwang durch die Handelskammer Nürnberg. Unter dem Eindruck der Arisierungsgesetze versuchten die Brüder Bomeisl nun, die Firma schnellst möglich zu verkaufen. Mit Vertrag vom 26. Oktober 1938 , nur wenige Tage vor den Novemberprogromen, verkauften Leopold und Moritz Bomeisl den gesamten Geschäftsbetrieb der Fa. Kleefeld & Co., mit Ausnahme des Grundstücks Nürnberger Straße 129, an die 1888 gegründete Firma Christian Herbart KG in Steinach/Thüringen, mit der man bereits vorher Geschäftsbeziehungen hatte. Der Inhaber Max Herbart nutzte dabei die immer drängender werdende Notlage der Brüder Bomeisl und drückte den Kaufpreis immer weiter. Letztendlich erhielten sie vom tatsächlichen Verkehrswert der Firma nicht einmal 20 Prozent.[5]

Am 19. Januar 1939 wurde die Nürnberger Spielefabrik L. Kleefeld & Co. im Fürther Handelsregister gelöscht. Bis Kriegsende führte Max Herbart die Firma unter dem Namen Herbart Spiel oder Christian Herbart Spielefabrik (kurz "CH") weiter. Das Kleeblattlogo wurde beibehalten. Der ehemalige Eigentümer Leopold Bomeisl emigrierte am 17. August 1939 zusammen mit seiner Frau Marie nach Rotterdam, von wo aus sie im Mai 1943 ins polnische Vernichtungslager Sobibor deportiert und später für tot erklärt wurden. Im November 1938 musste auch das Firmengebäude in der Nürnberger Straße 129 zwangsweise verkauft werden. Neuer Eigentümer wurde NSDAP-Funktionäre Karl Holz. Allerdings wurde dies nach einer Nachprüfung einer von Hermann Göring eingesetzten Untersuchungskommission 1942 wieder rückgängig gemacht und Moritz Bomeisl wieder als Eigentümer im Grundbuch eingetragen. Er musste das Anwesen allerdings kurz darauf zwangsweise für einen kleinen Betrag wieder an Max Herbart verkaufen. Am 21. Februar 1945 wurden bei einem Bombenangriff die beiden obersten Stockwerke zerstört. Neben vielen Maschinen wurde auch das sich im Eckturm des Gebäudes befindliche Musterzimmer und das Firmenarchiv der Firma Kleefeld vernichtet.

 

Schon am 8. Mai 1945 setzten die amerikanischen Besatzungsstellen Moritz Bomeisl wieder als Treuhänder seiner Firma ein. Gleichzeitig begannen die Auseinandersetzungen mit Max Herbart um die Rückgabe der Firma, die bis 1952 andauerten. Im Fabrikgebäude waren zwei der fünf Stockwerke komplett zerstört und die anderen drei nicht nutzbar. Trotzdem begannen fünf Mitarbeiter sofort wieder mit dem Wiederaufbau und der ersten Produktion. Schon 1948 erwirtschafteten 50 Mitarbeiter einen beträchtlichen Umsatz und wenn es nicht eine schwierige Materialbeschaffung gegeben hätte, erklärte Bomeisl, dann könnte er weitere 30 bis 40 Personen einstellen. Eine gütliche Einigung mit Max Herbart scheiterte und erst Ende 1951 entschied der Wiedergutmachungssenat des Oberlandesgerichts München zugunsten der früheren Inhaber. Max Herbart wurde zur Rückgabe des gesamten Geschäftsbetriebes verpflichtet. Herbart legte Widerspruch ein und die letzten Verfahren endeten erst im August 1956 in einem Vergleich.

Am 15. April 1952 starb Moritz Bomeisl. Seine Gesellschaftsanteile gingen an die Witwe Auguste Bomeisl. Am 30. Mai 1952 wurde die Nürnberger Spiele-Fabrik L. Kleefeld & Co. wieder im Fürther Handelsregister eingetragen. Unter der neuen Führung versuchte Klee wieder an die früheren Erfolge anzuknüpfen. Dies gelang im Wesentlichen mit den erfolgreichen Spielen aus der Vorkriegszeit wie Struwwelpeter oder Das Leiterspiel. Da Moritz und Auguste Bomeisl kinderlos geblieben waren, stellte sich bald die Frage nach einem Nachfolger. Die noch in den USA lebenden Familienangehörigen, z. B. eine Tochter von Leopold und Marie Bomeisl, hatten "keine Sehnsucht" mehr nach Fürth. So fand Auguste Bomeisl die Lösung in Dr. Leonhard Kreppner, dem Ehemann ihrer Schwester Marta. Er war am 1. April 1953 in die Firma eingetreten und später zum Prokuristen aufgestiegen. Im September 1964 übernahm er als persönlich haftender Gesellschafter die alleinige Führung der Firma Kleefeld und behielt sie bis zu seinem Tod im April 1971. Nachfolger wurde sein Sohn Herbert Kreppner, der bereits seit 1966 für die Firma tätig war.[6] Zwei weitere Miteigentümer waren Strauß und Wolf.
Die letzten Jahre

Bedingt durch die allgemeine Flaute auf dem Spielzeugmarkt, folgte ab 1978 die Zusammenarbeit mit J. W. Spear & Söhne (Spear-Spiel). Diese dauerte bis 1984. Spear übernahm am 1. April 1981 die Anteile der Kleefeld-Miteigentümer. Die Produktionsanlagen wurden in die Spear-Fabrik an der Höfener Straße in Nürnberg verlagert. Nachdem 1983 auch die Verwaltung von Kleefeld nach Nürnberg verlegt war, verkauften die Eigentümer das Anwesen Nürnberger Straße 129 an die Gustav Schickedanz KG. Im gleichen Jahr wurde die Firma L. Kleefeld & Co. - diesmal endgültig - aus dem Handelsregister gelöscht.

Als 1984 die Spear-Muttergesellschaft in England das Nürnberger Stammhaus schloss, bot Francis Spear Herbert Kreppner an, die alte Firma wieder zu übernehmen: Wenn's wollen, können Sie Ihren Klee wiederhaben. Kreppner übernahm die Anteile von Spear und gründete im Januar 1985 die Firma unter dem Namen Klee-Spiele GmbH neu. Der neue Standort war in der Gebhardtstraße 16, womit Klee nach kurzem Gastspiel in Nürnberg wieder in Fürth zurück war. Mit der in Eching bei München ansässigen Schmidt Spiel + Freizeit GmbH als Partner und Mehrheitseigentümer wurden wieder Spiele entwickelt, produziert und an den Großhandel geliefert. Starkes Wachstum wechselte mit schlechten Jahren und 1997 musste die Schmidt Spiele + Freizeit GmbH Vergleich anmelden. Dem damaligen Geschäftsführer der Klee-Spiele GmbH Ernst Pohle gelang es, die Firma Klee aus dem Konkursverfahren herauszuhalten und den Betrieb als alleiniger Gesellschafter fortzuführen. Im August war wieder ein neuer Partner gefunden, der in Stuttgart ansässige Buch- und Spielverlag Franckh Kosmos. Bis zum Oktober 2002, als Ernst Pohle altersbedingt als Geschäftsführer ausschied, war Klee weitgehend eigenständig geblieben. Danach wurde der Standort in Fürth geschlossen und der Sitz der Firma nach Stuttgart verlegt. Seit einigen Jahren erscheinen keine Klee-Spiele mehr bei Franckh-Kosmos, jedoch befinden sich die Markenrechte noch dort bis zum Jahr 2024.

- D -

Diana Spiele-Verlag - Robert Enz KG / Frankfurt am Main 17

Diana Spiele Verlag

Verlag vor dem zweiten Weltkrieg.

Wohnadresse von Robert Enz war die Speicherstraße 11/2 in Frankfurt am Main.

- E -

Ebu Spiele


Keine nähreren Informationen zum Verlag bisher bekannt.

E-Spiele-Fabrik (W. F. Eckert) / Stuttgart-Zuffenhausen


Keine nähreren Informationen zum Verlag bisher bekannt.

Eucosa-Spiele

Eucosa Spiele

Keine nähreren Informationen zum Verlag bisher bekannt.

Ewald Bobel (Eigenverlag) / Herford

Ewald Bobel

Eintrag im Adressbuch von Herford 1949


Ewald Bobel lebte in der Waltgeristraße 64 in Herford. Er beruflich als Schlosser tätig und erfand das Spiel "Die tolle Drehschreibe".

Er brachte es im Eigenverlag heraus.

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